Grube Apfelbaumer Zug
Ein Monument im Brachbacher Untergrund

>Glück Auf ist unser Bergmannsgruß<

Diese Feststellung eröffnet die erste Strophe eines heute recht bekannten Bergmannsliedes. Und wenn auch unser Forschungsteam nur zum Teil den eigentlichen Bergmannsberuf  erlernt hat, so ist es bei uns dennoch ein gängiger Brauch, die bergmännischen Sitten und Gebräuche zu ehren und zu wahren. Dazu zählt eben auch, sich ganz traditionell mit dem alten Bergmannsgruß "Glück Auf!" zu grüßen. Nach Überlieferungen beschreibt der Gruß den sehnlichen aber viel zu oft unerfüllt gebliebenen Wunsch der Bergleute, ergiebige Erzgänge anzutreffen und heil beziehungsweise unversehrt nach getaner Schicht wieder ausfahren zu können. 

Blick aus der Haardt auf das Dorf Brachbach

Sehnlich ist es aber auch der Wunsch vieler Menschen, die eine Reise nach Brachbach unternehmen, etwas über den Bergbau im Ort zu erfahren. Das gestaltete sich bisher außerordentlich schwierig, denn ist Brachbach zwar eine waschechte Bergbau-Traditionsgemeinde, doch ist man sich im Dorf nur unzureichend darüber bewusst. Zwar gibt es ein kleines Schiefer-Schaubergwerk, in dem Sie sich von Ruheständlern, die in Klischees von Glück-Auf-brüllen und dem Schnaps saufenden Bergmann schwelgen, berieseln lassen können, vorbei an als Bergleute verkleideten Schaufensterfiguren, einem nicht sehr guten Nachbau eines Spurnagelhuntes und einem kitschigen Sonnenaufgang in Form einer Lichtershow, nur hat das alles mit der Realität des Bergbaus, in welchem sich unsere Vorfahren tot gearbeitet haben, nicht das allermeiste zu tun. Das als Museum deklarierte Gebäude auf der Stollenhalde wirkt äußerst unstrukturiert, gleicht einer Rumpelkammer und fördert augenscheinlich eher den Absatz der benachbarten Brauerei als die Bergbaugeschichte. Einmalige Originaldokumente verschimmeln, der hohen Luftfeuchtigkeit ausgesetzt, in ihren Bilderrahmen. Eine geordnete Aufarbeitung der Geschichte des Erz- und Schieferbergbaus ist hier nicht erwünscht. Einzig der örtliche Grubenwanderweg ist durchaus lobenswert, wenn auch die Tafeln an den einzelnen Stationen in den allermeisten Fällen sehr zu Wünschen übrig lassen und vor Fehlern strotzen. 

Der Wunsch unserer Forschungsgruppe ist es, dem Abhilfe zu verschaffen, denn wir sind uns über unsere heimatliche Vergangenheit bewusst! Sie als virtuellen Besucher möchten wir mitnehmen auf eine Reise in die Vergangenheit, in die spannende Welt des Brachbacher Bergbaus. Wir erzählen Ihnen die ungeschönte Geschichte vom harten Arbeitsalltag unserer Vorfahren und entführen Sie tief unter die Erde, an Orte, die nach dem Grubensterben niemand wieder betreten hat, gewissermaßen an die Wurzeln der Ortsgeschichte.

Zugleich weisen wir schon jetzt darauf hin, dass wir Ihnen dringendst vom eigenmächtigen Betreten der ohnehin verwahrten Grubenbaue abraten müssen. In den allermeisten Fällen ruht hier der Bergbau seit über 100 Jahren und haben demzufolge seit dem auch keine bergmännischen Sicherungsmaßnahmen zur Instandhaltung mehr stattgefunden. Das die Grubenbaue umschließende Gebirge besteht in erster Linie aus Sedimentgesteinen, die sich dadurch auszeichnen, im Kontakt mit dem uns am Leben erhaltenden atmosphärischen Sauerstoff recht zügig zu verwittern und in Folge dessen instabil zu werden. Nur ein geschultes, fachmännisches Auge ist in der Lage, diese Gefahr zu beurteilen und dementsprechend vorzugehen! Des Weiteren sammeln sich in den Grubenbauen gefährliche Gase, hierzulande in der Hauptsache Schwefelwasserstoff und Kohlenstoffdioxid. Beide Gase sind in der Lage, Sie innerhalb kürzester Zeit zu töten, wenn die dafür erforderliche Dosis erreicht wurde. Nur mit spezieller Messtechnik ist es möglich, diese Gase frühzeitig aufzuspüren und anhand der Messergebnisse lebensrettende Maßnahmen in Form eines sofortigen Rückzuges aus dem Grubenbau zu ergreifen. Schützen Sie sich und Ihr Leben und genießen Sie lieber die hier gezeigten Fotos.


Viel Freude beim Lesen und Stöbern wünscht Ihnen



Niklas Irlich

Projektleitung